Reinhard Riedel
Ich bin autodidaktischer Künstler mit Hintergrund in Informatik und Mathematik. Nach meiner Pensionierung widme ich mich intensiv der Kunst, geprägt durch meine Wurzeln im Handwerk. Für mich entsteht Kunst aus kunsthandwerklichem Können – der Weg zu figurativen und realistischen Motiven war daher naheliegend. Abstraktion spielte für mich nie eine zentrale Rolle, vielmehr faszinieren mich Einflüsse aus Modefotografie und Fotokunst. Seit rund 20 Jahren entwickle ich meine Fähigkeiten in verschiedenen handwerklichen Disziplinen wie Schreinern, Schmieden und Maurern weiter und verbinde diese mit meiner künstlerischen Arbeit sowie digitalen Möglichkeiten. Meine Maltechnik basiert auf einem vielschichtigen Prozess: Beginnend mit Airbrush und Pastell, über Aquarell bis hin zu Öl entstehen durch das Übereinanderlegen der Schichten hyperrealistische Werke. Ergänzend setze ich bewusst Strukturen, Pigmente und Materialien ein, um mich klar von digitalen und KI-generierten Bildern abzugrenzen. Zufällige Effekte, etwa durch Firnis oder Bootslack, erzeugen zusätzliche Tiefe und individuelle Texturen. Ich arbeite im quadratischen Format (38 × 38 cm) und kombiniere einzelne Werke zu vielteiligen Installationen. Diese Polyptychen eröffnen dem Betrachter verschiedene Blickachsen und Interpretationen. Durch Drehbarkeit und flexible Hängung entstehen immer neue Kompositionen. Besonders wichtig ist mir die Interaktion: Wenn Betrachter ihre eigene Zusammenstellung wählen, entsteht ein persönlicher Zugang – das Werk wird zu „ihrem“ Bild. Mein nächster Schritt liegt in der Verbindung von klassischem Handwerk und Digitalisierung. Ziel ist es, über einzelne Bilder hinauszugehen und durch Installationen beim Betrachter eine Art inneren Film entstehen zu lassen.